GALAXIENGESUNDHEITSRAT

STAATENBUND DER KÖNIGREICHE WEDENLAND

Plädoyer für die Anerkennung der Individualrechte der Pflanzen


Nicht erst seit den Backster- Versuchen der 60er Jahre in den USA, die nachgewiesen haben, dass Pflanzen empfinden, gibt es sensible Menschen unter uns, denen schon von jeher das Gefühl sagte, dass Pflanzen empfindungsfähige Wesen sind.
Es wurden weltweit durchaus ernstzunehmende Untersuchungen angestellt, um dieses Gefühl wissenschaftlich zu beweisen, durchaus erfolgreich, wie aus dünn gesäten und wenig bekannt gewordenen Publikationen hervorgeht.
Doch noch niemals, jedenfalls nicht meines Wissens, wurde hieraus resultierend die Forderung nach Konsequenzen formuliert, nämlich, dem pflanzlichen Leben als solchem zumindest prinzipiell den Schutz vor Willkür, Unrecht und Leid angedeihen zu lassen. Ich meine den Versuch, dem Leben Pflanze als Individuum Rechte zuzugestehen und diese Rechte in mitweltethische Konzepte zu integrieren.
Die Ergebnisse dieser Studien werden lediglich interessant empfunden, man denkt darüber nach, wie man die gewonnenen Erkenntnisse wirtschaftlich verwerten könnte, um Erträge in der Landwirtschaft zu steigern, doch keiner dieser Wissenschaftler, die übrigens meist Physiker sind, hat es je gewagt oder vielleicht gar nicht erst daran gedacht, welche ethischen Folgen ihre Erkenntnisse haben. Es scheint auch auf den ersten Blick absurd, Pflanzen vor Schaden und Leid zu bewahren, schließlich gehören Pflanzen so selbstverständlich zu unserer Welt, wie die Erde, aus der sie wachsen, die Steine, die Luft, das Wasser.
Es sind die Pflanzen, denen wir den Sauerstoff zu verdanken haben, den wir atmen; es sind die Pflanzen, die wir essen, aus denen wir Häuser bauen, Werkzeuge herstellen usw.

Pflanzen sind die Produzenten unserer Erde, sie sind das bedeutendste Glied innerhalb unseres irdischen Stoffwechsels, ohne sie ist das Leben in der Form, wie wir es kennen, nicht möglich!
Ihr Dasein und ihre Nutzung ist für Menschen und Tiere eine Selbstverständlichkeit, wie sollte man sich angesichts dessen dazu veranlasst fühlen, über ihre Empfindungen und ihre Leidensfähigkeit nachzudenken, denn so oder so, wir könnten darauf ohnehin keine Rücksicht nehmen - glauben wir jedenfalls.
Für Pflanzen Rechte zu fordern, kommt in dieser Welt, da bin ich mir aus Erfahrung sicher, einer Preisgabe der Lächerlichkeit meiner selbst gleich und dennoch: Gerade als Tierschützer, der tagtäglich mit ansehen muss, was Menschen mit Lebewesen anstellen, deren Leidensfähigkeit keiner mehr ernsthaft bezweifeln wird, gerade deshalb muss uns die Frage interessieren, was in Lebewesen vorgeht, deren Leiden man nicht so ohne weiteres erkennen kann, weil sie nicht über die uns eigenen Kommunikationsmittel verfügen, die dieses Leiden uns unmissverständlich signalisieren. Gerade das, was anders ist als wir selbst, braucht umso mehr unser Interesse, unsere Beachtung und unsere Rücksicht.
Begonnen habe ich entsprechend der zoologischen Systematik, mich für gerade die Lebewesen einzusetzen, für die sich sonst niemand interessiert; das waren vor Jahren die
Wildtiere in Gefangenschaft, die gegenüber den Haustieren vernachlässigt wurden. Es waren aber auch für mich zunächst in erster Linie die Säugetiere unter ihnen, eben Großkatzen, Zebras, Elefanten etc. in Zirkus, Zoo und Wildpark etc.
Dann wandte ich mich, zur gleichen Zeit den Vögeln zu. Dem folgte dann die Gründung der ersten Pflegestation für in Not geratene Reptilien und andere Tiere, zu denen auch die Amphibien, aber auch Kleinsäuger und Vögel gehören. Politisch bearbeite ich gleichzeitig das Thema ”Zoohandel & Heimtierhaltung” als erster unter den Tierschützern in Deutschland. Dann wandte ich mich den Fischen zu, die millionenfach vom Menschen gemordet werden. Erst kürzlich stellte ich meine erste Ausarbeitung für die Beachtung Wirbelloser Tiere fertig, denen kaum Schutz und Rechte zuteil werden. - Und nun logischer- und konsequenterweise die Pflanzen!
Schon sehr früh erkannte ich, dass das ”hinab”steigen auf die Ebenen uns entfernter Lebensformen eben kein Abstieg, sondern einen Aufstieg darstellt, denn es ist nicht schwer, für Menschen oder uns nahestehende Säugetiere Schutz zu fordern und sich für sie einzusetzen; schwer und herausfordernd für uns Menschen ist es, gerade dem Leben Zuwendung zu geben und um Verständnis zu werben, das uns am unähnlichsten ist. Im Nachhinein schäme ich mich gegenüber diesen Lebewesen, dass ich ihnen gegenüber so lange ignorant war und genau das praktizierte, was ich so sehr in der Theorie verurteile, nämlich Anthropozentrismus und Speziesismus, die abgewandelte Formen des Egoismus und Rassismus darstellen. In Erkenntnis dessen, dass nicht der Mensch das Maß aller Dinge ist und deshalb alles Leben ein Anrecht auf meine Beachtung und meine Hingabe hat, entschloss ich mich, den Versuch zu unternehmen, eine alles miteinbeziehende Mitweltethik zu entwickeln und zu nichts anderem soll dieser Text, neben vielen anderen Texten die ich verfasst habe, und noch verfassen werde beitragen.
Es hatte lange gedauert, bis Forderungen nach dem Schutz tierischen Lebens in dieser Gesellschaft Anerkennung fanden, noch heute ist der Tierschutz ein Stiefkind der Lebensschutzbewegung. Man interessiert sich viel mehr für die Interessen des Menschen und glaubt, dass wirtschaftlicher Wohlstand das Einzige sei was Menschen benötigen. Dass dies falsch ist, erkennt man allenthalben, beklagt man doch den Zerfall der Werte und die ständige Zunahme der Gewalt und Rohheit unter den Menschen. Trotz Menschenrechtsbewegung und Umweltschutz werden die Rechte der Menschen auf Würde, Wohlstand und belebbare Umwelt global immer mehr eingeschränkt. Wie sollten diese fatalen Einbußen körperlichen Wohlseins nicht auch Einbußen seelischen Befindens und geistiger Werte darstellen? Die so genannte Umwelt, unser Planet, die noch nie zuvor so viele Schützer besaß, die aber auch nie zuvor derartigen Schaden durch uns Menschen nahm ist in der Form wie sie einst existierte, nicht mehr zu retten.
Die Natur und die Arten, die noch niemals zuvor so viele Schützer hatten, auch sie erscheinen in Anbetracht menschlicher Destruktivität unrettbar, man begnügt sich mittlerweile damit einer ”innovativen Nutzung” zuzustimmen, um sie nicht vollends aufgeben zu müssen, eine Bankrotterklärung an die Ethik. Das was wir heute haben, ist nichts anderes als ”Natur am Tropf” und gestützt auf Krücken, die, so scheint es, ohne ihren Peiniger Mensch vollends zum Desaster entartet, ähnlich eines Drogensüchtigen, der beim Entzug seines Giftes elendig zugrunde geht.
Und die Säugetiere und Vögel unter den Wirbeltieren, sowie die Wirbeltiere unter den Tieren, noch nie zuvor hatten sie so viele Schützer und dennoch ist ihre Versklavung, Entrechtung und Ausbeutung bis dato nicht aufzuhalten gewesen.
- Und trotz all dem fordert da jemand mit dem Hierarchiedenken aufzuhören und der ”Salamipolitik” eine Absage zu erteilen, da diese Strategie niemals eine befriedigende Lösung darstellen wird, sie wird uns niemals zum Ziel führen, das ja ohnehin noch niemals konkret und allumfassend formuliert wurde.

Was eigentlich ist unser Ziel? Haben wir Menschen eigentlich ein hehres Ziel, wo bleibt die Evolution unseres Geistes? Worin sehen wir eigentlich unser Menschsein begründet, wenn nicht in dem Bestreben größtmöglicher Harmonie mit allem Leben, das uns so mannigfaltig umgibt, anzustreben und ein wahrhaft nützliches, selbstloses Leben zu führen?
Mit dem was ich Mitweltethik nenne ist es wie mit der Mathematik. Man braucht eigentlich nur die Zahlen von 1 bis 9 zu kennen, um bis ins Unendliche zählen zu können. Ethik entspricht den Zahlen von 1 bis 9, es liegt nun an uns, diese Zahlenreihe bis ins Unendliche weiterzuzählen, d.h. Ethik hört nirgends auf, ihr Prinzip muss auf alles an gewendet werden, worauf es anwendbar ist und Leben ist das Schloss für das die Ethik den Schlüssel darstellt, um uns selbst das Tor zur Erkenntnis und Wahrheit zu öffnen.
Zu Ethik bedarf es der Selbstlosigkeit, der Absage an Egoismus und seine Abkömmlinge, denn solange wir nur einen Sinn für uns selbst und unsere Interessen haben, können wir die anderen um uns herum nicht sehen, geschweige denn an ihren Empfindungen teilhaben.

Spezifische Sinnesorgane sind all jenen Lebewesen zu eigen, die zu einem aktiven Ortswechsel fähig sind. Alle Tiere - und das unterscheidet sie von den Pflanzen - sind hierzu fähig. Spezifische Sinnesorgane dienen dazu, die Welt nach Vorteilen und Nachteilen beurteilen zu können, um die eigene Entwicklung des jeweiligen Tieres optimal gestalten zu können. Sinnesorgane jedoch sind, je nach ihrer Spezifität Anpassungen an die jeweiligen ökologischen Nischen und Lebensstrategien des jeweiligen Tieres, sie bieten ihm also nur einen kleinen Ausschnitt vom Ganzen, eben nur jenen, der für sein eigenes Überleben und das seiner Art relevant ist.
Es mag sein, dass das der Grund dafür ist, warum wir Menschen, die wir ja Tiere sind, dazu neigen, stets die Mitwelt nur nach unseren eigenen Vorteilen zu sondieren, ohne dabei den Blick zu weiten; allerdings haben wir die Intelligenz, die uns verpflichtet, das Ganze zu sehen und in unserem Denken und Handeln zu beachten.
Es war wohl die Absicht der Natur, jene Lebewesen, die also Aktionsfähigkeit durch die Möglichkeit des aktiven Ortswechsels aufweisen, in einer gewissen Einschränkung zu belassen, deren Ausmaße eben von den Sinnesorganen, der Intelligenz, Flexibilität, Vermehrungsrate sowie physischen und anatomischen Eigenschaften abhängen.

Während nämlich die Pflanzen die Produzenten darstellen, die also Biomasse und Sauerstoff produzieren, zählt man die Tiere zu den Konsumenten. Die Pflanzenfresser sind die Konsumenten erster Ordnung, die Beutetierfresser sind die Konsumenten zweiter Ordnung, die Kleinlebewesen und Mikroorganismen (fast alle zählen zu den gering geachteten Wirbellosen Tieren!) sind die Destruenten, also diejenigen, die i. d. R. tote Materie zu Mineralien destruieren, die wiederum den Produzenten (=Pflanzen) als Nährstoffe zur Verfügung stehen, womit sich der Kreislauf des irdischen Stoffwechsels schließt.

Die Pflanzen also sind die einzigen, die für ihren Lebensunterhalt nicht töten müssen, da sie lediglich tote Materie, nämlich Mineralien, die selbst für Destruenten nicht mehr verwertbar sind, für ihren Aufbau benötigen, um alle anderen mit den Stoffen zu versorgen, die diese direkt und indirekt existenziell zum Leben brauchen. Die Pflanzen sind die uneingeschränkten Geber, ohne den anderen etwas Lebenswichtiges streitig zu machen. Das ist das Faszinierende an ihnen, denn sie leben nur konstruktiv, also ohne anderen zu schaden. Natürlich gibt es Konkurrenz um Lebensraum und Licht auch unter den Pflanzen, aber aktive Tötung anderen Lebens um des eigenen Lebens willen, also aggressiver Egoismus ist ihnen völlig fremd (mit Ausnahme der Fleisch fressenden Pflanzen). Dabei sind sie aber so voller Kraft und Lebenswillen, beispielsweise wenn ein Grasbüschel sich durch den Asphalt drückt, um ans Licht zu gelangen oder umgesägte Bäume, die aus ihrem Stumpf neu auferstehen - wie der Phoenix aus der Asche! Da gibt es unzählige Beispiele die jeder beobachten kann, wenn er aufmerksam in der Natur spazieren geht.

Es ist ohnehin fraglich, ab wann eine Pflanze tot ist und was in ihr wohl vorgeht, wenn sie stirbt. Pflanzen leben noch weiter, selbst wenn ihre lebenswichtigen Organe entfernt wurden. So blühen Schnittblumen noch viele Tage, obwohl sie ja nur Teile der eigentlichen Pflanze sind, von der sie abgeschnitten wurden. Die Weidenbäume z.B. gehören zu den regenerationsfähigsten Pflanzen überhaupt. Schneidet man einen Zweig oder auch nur ein kleines Stück eines Zweiges ab, so zieht dieses kleine Teil eines u. U. riesigen Baumes im Wasser oder in feuchter Erde Wurzeln, um ein völlig eigenständiger Baum zu werden. Verfault das Wurzelwerk einer Weide und stürzt der Baum, von parasitären Lebensformen zerfressen oder durch einen Windstoß um, treiben aus den abgebrochenen Ästen im feuchten Erdboden neue Wurzeln aus und aus einem ursprünglich alten, totkranken Baum entstehen durch Sprossung etliche neue Weidenbäume. Welch eine enorme Energie muss in diesen Lebewesen enthalten sein, um eine derartige Regenerationsfähigkeit zu ermöglichen.

Ja, wie ist das eigentlich mit unserer Wahrnehmung von Pflanzen? Wir suchen an unserem Ursprung in der Natur, von der wir uns auf so fatale Weise entfernt haben, Erholung. Wir stellen uns Topfpflanzen in die Wohnung und glauben Mitmenschen mit Blumensträußen erfreuen zu müssen. Wir ergötzen uns an der Blume am Wegesrand, Liebende begegnen sich oft unter einem mächtigen Baum und die Freude am Gärtnern ist bei Vielen recht groß.
Neben dem Sauerstoff, dem Schatten und der kühlen Frische, die durch die Transpiration des Wassers aus den Blättern resultiert und dem Duft ihrer Blüten, den uns die
Pflanzen bei Tage spenden, ist da aber noch etwas anderes, das uns anzieht. Wir können es rational nicht beschreiben, aber es ist da - ich meine die Aura, die jedes Leben umgibt. Die Aura von Lebewesen spiegelt deren emotionale Stimmung intuitiv wider. Es gibt feinfühlige Menschen, die die Aura von Menschen, Tieren und Pflanzen spüren können. Da Pflanzen keine Destruktivität kennen, ist ihre Aura besonders angenehm und beruhigend. Es ist auch bemerkenswert, dass bei Pflanzen die lebenswichtigen ”Organe” nicht im Innern liegen, wo sie geschützt wären, Pflanzen tragen ihre verwundbarsten Teile außen.
Durch die Rinde der Bäume z.B. fließt der Saft des Lebens. Der Stamm selbst hat eigentlich nur eine Stützfunktion. Die Lungen der Pflanzen, die Blätter, sind ebenfalls außen und dadurch leicht verwundbar durch Witterung (Wind, Hagel, Regen) und durch Pflanzenfresser.
Die Wurzeln, die bedeutendsten Organe der Pflanze, befinden sich gut geschützt unter der Erde, sie geben der Pflanze Halt und sie nehmen im Wasser gelöste Stoffe, die Mineralien auf. Das Wurzelwerk der Pflanzen stellt ein ”extrakorporales Verdauungssystem” dar, das keine eigene ”Darmflora” benötigt, so wie die Tiere, um aus dem Nahrungsbrei bestimmte essentielle Stoffe herauslösen oder produzieren zu können. Die ”Darmflora” des ”extrakorporalen”, also außerhalb des Körpers befindlichen ”Darmes” der Pflanzen sind die Milliarden Klein- und Kleinstlebewesen im Boden, die alles Organische zu anorganischer Materie im Kleinstformat destruieren, damit die Pflanze sie aufnehmen kann.
Würde man den Darm der Tiere (und Menschen) nach außen kehren, die Darmzotten wären wie die Würzelchen der Pflanzen. Unser tierischer Organismus destruiert die organische Masse, die wir als Nahrung zu uns nehmen im Schnellverfahren durch physische (Kauen), chemische (Magensäfte) und biologische (Darmflora) Destruktion, so dass die Darmzotten, die in den durch die Verdauung aufbereiteten Nahrungsbrei hineinragen, die für unseren Organismus wichtigen Nährstoffe entnehmen können. Sie tun somit nichts anderes, als es die Wurzeln der Pflanzen im Erdreich tun. Schon angesichts dieser bedeutenden Parallele zwischen Pflanzen und Tieren wird deutlich, dass es eine Frage der Perspektive ist, ob man die Gemeinsamkeiten oder die Unterschiede als ausschlaggebend erachtet.

Die Farbe Grün, die dem Chlorophyll eigen ist und die die Photosynthese, also die Umwandlung von Licht in Energie (Zucker) ermöglicht, hat auf Farben sehende Tiere und den Menschen eine beruhigende Wirkung, die Zufriedenheit und Ausgeglichenheit begünstigt. Die Farbe Grün steht auch für die Bewegung, die sich den Schutz der Umwelt und Natur zur Aufgabe gemacht hat. Dies geschieht jedoch leider in erster Linie um der Menschen willen.
Das Speziesistische daran ist, dass wir mit Naturschutz allenfalls den Schutz der Arten, nicht den der Individuen meinen. Das gilt leider für viele ”Schützer” der Tiere (Artenschutz), für so gut wie alle gilt dies erst recht jedoch bei den Pflanzen. Sie erhalten von uns nicht das individuelle Eigenrecht auf Leben sowie Schutz vor Leiden, obwohl sie selbst niemandem schaden, aber allen nur nützen.
Landwirte werden an dieser Stelle wohl Einspruch erheben, genauso wie die Gärtner, die entsprechend menschlichem Nützlichkeitsdenken diese Regel natürlich nicht auf jene Pflanzen angewandt sehen wollen, die sie als ”Schädlinge” bekämpfen, so genannte ”Unkräuter”, denen mit Herbiziden, Hacken und Äxten zu Leibe gerückt wird. Monokulturen sind Menschenwerk, sie haben nichts Natürliches an sich. Um die Gesetze der Natur auch in Anwendung auf die Entwicklung ethischer Grundwerte zu erfassen, kann jedoch einzig die Natur selbst als Maßstab und Wegweiser dienen.
Vor 2 Wochen rettete meine Lebensgefährtin eine weggeworfene Topfpflanze aus der Mülltonne. Ein total vertrocknetes Ficus- Bäumchen, das man für DM 2,50 im Supermarkt mitnehmen kann, eine ”Ex- and- Hopp- Pflanze” also, zu billig um sie zu pflegen und zu umsorgen, aber das kennen wir ja bereits aus dem Umgang des Menschen mit den ”Heimtieren”. Sie hatte oben noch einige grüne Blätter, ihre Erde war total ausgetrocknet, der Plastiktopf zwängte ihre Wurzeln ein. Ich schnitt ihr die vertrockneten Ästchen ab, achtete darauf, dass sie auch wirklich leblos waren, stellte sie 3 Tage ins Wasser, nachdem ich sie zuvor in gute Erde und einen größeren Topf umgesetzt hatte. Dann stellte ich sie an ein helles Fenster.
Heute ist sie das blühende Leben, überall sprossen die Blättchen heraus und - was soll ich sagen - ich freue mich mit ihr über ihr neues Leben an meinem Fenster und denke mit Sorge an die anderen, die lebendig begraben werden in den Mülltonnen und -halden unserer Wohlstandsgesellschaft, für die das wunderbare Leben nichts weiter ist, als ein Konsumartikel, für sie zum Gebrauch und Verbrauch verfügbar gemacht.
Als ich neulich im Kino war, um mir ”Eine kurze Geschichte der Zeit ”(über den Physiker Stephen Hawking) anzusehen, erblickte ich in einer dunklen Ecke im Foyer zwei erbärmliche Wesen, einen Philodendron und eine Yuccapalme. Auch sie waren dem Tode nahe, die Blätter des Philodendron krümmten sich bereits, um die Verdunstungsoberfläche zu verringern, da er keinerlei Wasser hatte. die Yucca hatte ganz oben noch zwei grüne Halme, alles andere war vertrocknet. Daneben stand ein Topf mit einem abgezwickten Yuccastamm, da war kein Leben mehr.
Ich sprach den Mann hinter der Kasse daraufhin an, worauf dieser mich anblickte, als sei ein Mondkalb von der Leinwand seines Kinos heruntergestiegen, um ihn zu erschrecken. Dann grinste er mich verlegen an und schüttelte den Kopf, als ich mich wieder entfernte. Tja, das alles kennen wir ebenfalls bereits, wenn wir uns für Tiere einsetzen, es ist mir auch nicht klar, worin der Unterschied begründet sein soll, ob ich mich nun für die luftschnappenden Goldfische in trüben Wasser eines Kneipenaquariums einsetze, für Nachbars verlotterten Lumpi oder für diese bedauernswerten, leidenden und sterbenden Pflanzen, denen niemand der vielen Menschen, die dem Wunder des Universums näher kommen wollten, auch nur die geringste Beachtung schenkte, geschweige denn sich die vermeintliche Blöße zu geben, um ihnen seine Stimme zu leihen.
Obwohl ich es verurteilenswert erachte, den Grad der Schutzzumessung bei Lebewesen von in Versuchen ”wissenschaftlich” nachgewiesener Leidensfähigkeit abhängig zu machen, gibt es erstaunliche und zugleich besorgt machende Ergebnisse aus Experimenten mit Pflanzen, auf die ich an dieser Stelle verweisen will, damit die Folter dieser Lebewesen nicht ganz umsonst war.
Jede Schutzzumessung setzt voraus, dass Schwächere nach der Willkür und dem Gutdünken des Stärkeren Schutz zugemessen bekommen. Dies stellt eine torhafte, unverschämte und unberechtigte Arroganz desjenigen dar, der sich selbst als den Stärkeren erachtet. Seine Kriterien nach denen er Schutz zumisst - und das zeigt die Erfahrung im Tierschutz - sind nämlich letzten Endes weniger die Erkenntnisse, die er gemacht hat, als vielmehr jene, die er glaubt gemacht zu haben. In jedem Falle werden seine egoistischen Interessen und seine Reife oder Unreife zur Erkenntnis darüber entscheiden, was er erkannt hat bzw. was ihm sein System, in dem er lebt, erlaubt zu erkennen. Letztlich endet es stets mit der alten Regel, ”dass nicht sein kann, was nicht sein darf”.
Obwohl die Leidens- und Schmerzfähigkeit z.B. der ”Nutztieren” wissenschaftlich nachgewiesen wurde, hat dies die Massentierhaltung nicht verhindert oder zumindest im Nachhinein beseitigt. Derlei Beispiele könnte ich unzählige aufzählen.
Es ist darüber hinaus ein ethisches Paradoxon, den Schutz von Leben von den bei seiner willkürlichen Vernichtung und Peinigung gewonnenen Erkenntnissen abhängig zu machen. Ethische Entscheidungen - und um solche handelt es sich letztlich - wenn die Menschheit sich dazu durchringt, dies und jenes nicht mehr mit Lebewesen zu machen, können nicht auf unethisch gewonnenen Erkenntnissen basieren. Das wäre den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben und führt in die Sackgasse. Moralisch bedeutet dies die Schaffung von Schuld, die man ja mit Hilfe der ethischen Entscheidung umgehen will. Es geht ja letztlich um die Unschuld, die wir uns erhalten und in der wir leben wollen bzw. sollten. Eine Schuld erwächst, wenn man wider besseren Wissens oder aus Ignoranz Unrecht begeht und ein jedes solcher Experimente ist ein bewusst herbeigeführtes Leid (= Unrecht) mit Hilfe dessen man dies Leid zu messbarem Ausdruck (z.B. auf Messinstrumenten) zwingen will und das man beliebig wiederholen können muss, damit es als ”erwiesen” anerkannt wird.

Die Frage muss gestellt werden, ob überhaupt einem lebenden Wesen Unrecht geschehen darf, das von uns Menschen und nur für uns und unsere Taten sind wir verantwortlich, verursacht wurde. Dabei ist doch die Frage, ob und wie dieses Wesen das Unrecht empfindet, vollkommen irrelevant. Wenn wir den Unterschied zwischen toter (z.B. Steine) und lebender Materie anerkennen, dann müssen wir auch einen unterschiedlichen Umgang gegenüber beidem als Konsequenz anerkennen.

Leben ist Materie in Verbindung mit einer individuellen Eigendynamik, die auf dem Prinzip des Stoffwechsels (Aufbau, Umbau, Abbau) einen Organismus unterhält, der mit seiner Umgebung kausal verwurzelt ist, um Eigeninteressen der Selbsterhaltung nach bestimmten Kriterien zu befriedigen, das heißt, dass sich das Leben von Leblosem dadurch unterscheidet, dass es artspezifische und individuelle Bedürfnisse hat, ohne deren Befriedigung seine Existenzfähigkeit gemindert oder unmöglich ist. Folglich hat alles was Bedürfnisse hat automatisch Rechte auf deren Befriedigung.
Was ist es aber, das die Organismen am Leben erhält, das Wachstum und den Stoffwechsel bedingt? Weshalb ist es dem Menschen bis heute nicht gelungen Leben aus toter Materie künstlich zu erschaffen (”sog. Ursuppenversuch”)?
Nun, man mag es nennen wie man will, aber es ist mir nicht eingängig, weshalb das was ich meine nicht auch bei Pflanzen Seele genannt werden sollte.

Darf man demnach einem beseeltem Wesen Schaden zufügen, darf man es behandeln als sei es überhaupt nicht beseelt, nur weil man seine Seele nicht anerkennt?
Kann andererseits ein beseeltes Wesen empfindungslos sein? Kann ein Lebewesen ohne die Fähigkeit der Empfindungswahrnehmung überhaupt existieren und hätte Leben ohne Empfindung überhaupt einen Sinn?
Welchen Daseinszweck hat die Seele überhaupt, wenn sie zumindest im Falle der Pflanzen vollkommen wahrnehmungslos sein soll, wie die meisten Menschen glauben?
Aber auch ohne diese Überlegungen steht fest - und das haben wie gesagt diese teilweise brutalen Versuche ergeben - Pflanzen haben eine Wahrnehmungsfähigkeit, sie reagieren auf Einflüsse, sie kommunizieren untereinander und sie sind fähig zu leiden, ja mehr noch, sie empfinden Angst, Unbehagen aber auch Freude und andere Befindlichkeiten, die wir Menschen in ähnlicher Weise kennen.
Mit Sicherheit jedoch empfinden sie mehr, haben mehr Anteil am Allgemeingeschehen innerhalb ihrer Umgebung, da sie eben keine hochspezialisierten Sinnesorgane haben, die ihnen nur Ausschnitte aus dem Ganzen bieten können. Sie sind ganz und gar verflochten, die Wurzeln mit der Erde und die Blätter mit der Luft unseres Planeten.

Pflanzen haben auch Erinnerung, z.B. dann wenn Personen die sie geschädigt haben den Raum betreten, schlagen die Messgeräte heftig und erregt aus. Pflanzen empfinden Verbundenheit zu ihren Bezugspersonen, sie zeigen Anzeichen offensichtlichen Entbehrens, wenn diese Personen abwesend sind, obwohl ihnen Wasser, Licht und Nährstoffe zur Verfügung stehen.
Ich möchte nun nicht diesen ohnehin komplexen Text mit Beispielen anfüllen, die in anderer Lektüre (siehe Literaturempfehlung am Textende) nachlesbar sind. Denn darauf kommt es mir im einzelnen gar nicht an. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Empfindsamkeit der Pflanzen sollen nur bestätigen, was aus meiner Sicht für alles Leben gleichsam Gültigkeit hat.

Es stellt sich auch nicht die Frage, ob wir keine Pflanzen mehr essen sollten, das wäre ja absurd.
Die Pflanzen sind darauf ausgerichtet Biomasse in so großem Maße zu produzieren, dass selbst nach Verlust eines bestimmten Prozentsatzes, ausgelöst durch Pflanzenfresser, Witterung etc. noch genügend zum Selbsterhalt übrig bleibt. Pflanzen legen es ja sogar darauf an, gefressen zu werden, z.B. könnten sich die in wohlschmeckenden und optisch markanten Fruchtfleisch befindlichen Samen nicht so gut verbreiten, würden Tiere diese nicht fressen und die unverdaulichen Samen durch Abkoten verteilen. Manche Samen brauchen den durch die Verdauungssekrete der Tiere erzeugten Quellvorgang, um dann im Dünger (Kot des Tieres) optimale Startbedingungen zum Keimen und Wachsen zu haben. Pflanzen sind also auf ihre ”Feinde” (Pflanzenfresser genauso wie z.B. der Wind) angewiesen, um ihre Samen zu verbreiten, um bestäubt zu werden etc. Auch leben Pflanzen mit Tieren und Mikroorganismen nicht selten in symbiotischer Beziehung, bieten Lebensraum und Heimstatt für unzählige Lebensformen.
Doch betrachtet man die Art wie der Mensch Pflanzen nutzt, wie er sie behandelt, um ihnen den für ihn relevanten Ertrag abzuringen, dann erkennt man, dass seine Methoden von keiner anderen Spezies praktiziert werden.

Was der Mensch tut, das tut er stets ”gründlich”! Während die Saurier oder die heute lebenden Elefanten allenfalls Teile eines Baumes abbrechen, setzt der Mensch die Motorsäge ganz unten am Stumpf an und was er absägt, das ist ab - ohne Rückstand - und anschließend wird das Wurzelwerk, das dem Baum ein eventuelles Comeback ermöglichen würde, indem er erneut austreibt, gewaltsam der Erde entrissen.
Während die Weidetiere lediglich das nach oben ragende Grün der Wiese abweiden, jedoch Rückstände belassen und die Wurzeln verschonen, mäht der Mensch maschinell seine ”Nutzpflanzen” ab und fräßt oder pflügt die Wurzeln anschließend vollständig unter die Erde. Auch hierbei haben die Pflanzen keine Chance neu auszutreiben. Es erinnert an die in Käfige und Boxen gewaltsam gezwängten ”Nutztiere”, wenn man Weinberge und Obstplantagen heutzutage betrachtet. In Reih und Glied, angekettet an Drähte und Pflöcke, zurechtgestutzt und kurz gehalten, fristen diese Gewächse ein Dasein, das geprägt ist von der ausschließlichen Willkür den Menschen. Was für die Tiere der Spaltenboden der Massentierhaltung ist, das ist für die Pflanzen der ausschließlich mit Chemiedünger versorgte, ansonsten tote Boden, der kein Nährboden vielmehr lediglich Wurzelverankerung darstellt.
Was für die Tiere die Ketten und Gitter sind, das sind für die Pflanzen die beengten Töpfe und die Drähte und Pflöcke, an die sie nach vom Menschen vorgegebenem Muster fest gekettet werden.

Doch eine vegetarische Ernährung des Frucht-, Blatt- und Nussessers Mensch wäre jedoch unter ethischer Berücksichtigung der Pflanzen durchaus vertretbar:
Früchte und Nüsse sind von den Pflanzen zum Verzehr durch Tier und Mensch vorgesehen, Blätter und Halme können bis zu einem bestimmten Prozentsatz an ihrer Sollbruchstelle, die alle Pflanzen haben, abgeknickt oder auch maschinell entfernt werden. Keine Lebensform auf Erden ist wohl so regenerationsfähig, vorausgesetzt, daß das Wurzelwerk verschont bleibt.
Aus dem Stumpf eines abgeernteten Salatkopfes sprießt genauso wieder ein neuer Kopf oder sogar mehrere. Ernten muss nicht die Vernichtung der Pflanzen bedeuten. Ernten bedeutet die Entnahme des verwertbaren und die Verschonung des Ganzen (Ausnahme wären Kartoffeln, Rübengewächse, Erdnüsse etc.)
Auch die Art wie die Menschen die Pflanzen in Monokulturen in Feld und Treibhaus ”kultivieren” ist nichts anderes als die Haltung von Tieren in künstlichen Hallen, in Massen zusammengepfercht. Pflanzen brauchen die Gemeinschaft von anderen Pflanzen verschiedener Arten, da sie sich gegenseitig ergänzen; z.B. tief- und flachwurzelnde Pflanzen ergänzen sich perfekt. Der Tiefwurzler entnimmt seinen Bedarf aus dem Grundwasser und benötigt Nährstoffe aus tieferen Schichten, während der Flachwurzler das Oberflächenwasser und die an der Oberfläche befindlichen Nährstoffe nutzt, dabei das Erdreich vor Erosion bewahrt und dem Regenwasser durch die Kanäle seiner Wurzeln das Einsickern in tiefere Erdschichten ermöglicht, sodaß auch der Tiefwurzler davon Nutzen hat.
Auch Krankheiten können sich nicht so leicht ausbreiten, wenn Gemeinschaften mehrerer Pflanzenarten zusammenleben. Zwischenartliche Lebensgemeinschaften kennen wir ja auch bei den Tieren. Messungen ergaben sogar, dass z.B. Bäume sich gegenseitig über die Chemie der Wurzeln, die ja oft miteinander durchwachsen sind, vor für sie schädlichen Insekten warnen. Man hat festgestellt, dass noch nicht befallene benachbarte Bäume ihren Harzdruck erhöhten, weil andere Bäume bereits von Borkenkäfern befallen waren. Mit Harz verkleben die Bäume die Borkenkäfer, um sie am weiteren Eindringen in den Stamm zu hindern.
Auch durch elektrische Impulse geben Bäume ihre Erregung an andere Bäume weiter, wenn z.B. Holzfäller in einen Wald einfallen, um ein Gemetzel anzurichten. Wenige Pflanzen können sogar ihre Empfindsamkeit für uns gut sichtbar zum Ausdruck bringen. Die sprichwörtliche Mimose kann bei Erregung ihre Blätter zusammenziehen. Und die Fleisch fressende Pflanze schließt ihre Fallen, wenn man sie berührt. Wie kann sie das, wenn sie angeblich nichts spürt?
Pflanzen haben zwar kein Nervensystem, wie wir es von Tieren kennen, können aber Erregungen durch die normalen, mit Wasser gefüllten Zellen weiterleiten, da Wasser diese elektrischen Impulse sehr gut leitet.
Pflanzen bewegen sich auch, Rankenpflanzen strecken ihre Kletterranken nach einer Stange aus, die sie nicht berührt haben. Woran erkennt die Pflanze, wo die Stange ist, wie kann sie ihre Ranke in ihre Richtung zielstrebig ausrichten, wenn sie nichts wahrnehmen kann? Verrückt man die Stange etwas, richtet die Pflanze ihre Ranke - dies ist nur mit Zeitrafferaufnahmen registrierbar - in dieselbe Richtung aus. Pflanzen zeigen sogar messbare Erregung, wenn in ihrer Nähe, z.B. ein Tier getötet oder gequält wird und das selbst dann, wenn es sich bei dem Tier um einen Pflanzenfresser handelt. Pflanzen nehmen sehr aufmerksam Anteil an den Geschehnissen in ihrer Umgebung, das ist zweifelsfrei erwiesen!
Wenn sie sogar Erinnerung haben, was ebenfalls bewiesen wurde, dann kann man das auch Gedächtnis nennen, was mit Denken zu tun hat. Pflanzen sind anders als Tiere, sie funktionieren anders und haben einen anderen, bedeutenderen Stellenwert in der Natur als Tiere, zu denen auch die Menschen gehören.
Pflanzen zu verstehen, bedeutet die Fähigkeit zu besitzen, sich so sehr von menschlichen und tierischen Mustern lösen zu können, um auch eine Lebensform trotz und gerade wegen ihrer anderen Eigenschaften, Respekt, Achtung, Würde und Rechte zuzugestehen und sich für deren Einhaltung einzusetzen.
Pflanzen ”wollen”, dass man Teile von ihnen abzupft, abbricht, abbeißt oder abschneidet, darauf legen sie es an, das nehmen sie niemandem übel. Sie haben nur einen Anspruch, ihrer Art gemäß leben zu können, ihre Eigenart und Individualität inmitten einer mit Leben reichhaltig besetzten, im Gleichgewicht befindlichen Welt entfalten zu können und sie haben Anspruch auf ein Maßhalten ihrer Konsumenten (z.B. wir Menschen). Wir sind verpflichtet, ihnen unangenehme Einflüsse, Reize und Erregungen zu ersparen, indem wir alles was unangenehm für sie sein könnte, unterlassen. In unserer Obhut haben sie alle Rechte, die ihrer Art entsprechen (Licht, Luft, Raum, Nährstoffe, Wasser, Erde) und die wir gewissenhaft und zuverlässig zu befriedigen haben.
Da das Denken dem Handeln vorausgeht, sind wir verpflichtet, uns auch über ihr Dasein und ihre damit kausal verknüpften Rechte Gedanken zu machen, um Möglichkeiten einer harmonischen Koexistenz mit allem Leben zu finden.

Die Pflanzen haben das Leben wie wir es kennen und vor allem, wie wir es selbst darstellen, erst möglich gemacht. Wenn die Pflanzen sterben, dann sterben auch alle anderen Lebewesen auf Erden - und - die Pflanzen sind im Begriff zu sterben, lautlos, elend und weltweit. Nicht nur durch mutwillige direkte Zerstörung durch Abfackeln, Brandschatzen und Roden, gerade jene Vernichtung ist nachhaltiger und nicht mehr so schnell abzustellen, die ich hier mal als Meuchelmord, verübt durch einen Naivling, bezeichnen möchte. Wir Menschen haben das, was uns ausmacht nicht verdient, weil wir es nicht nutzen oder weil wir seine Erkenntnisse nicht bei unseren Taten beachten - ich meine unser Gehirn!
Haben wir wirklich geglaubt, dass die durch uns herbeigeführten, tiefgreifenden Veränderungen auf Erden keine Folgen haben werden? Genannt sei der saure Regen, der die Pflanzen von innen verätzt und das Ozon, das ihre Blätter regelrecht verbrennt und damit an den Atmungsorganen, den Blattporen, durchaus ähnliche Schäden verursacht, wie bei den Menschen an den Alveolen (Lungenbläschen). Oder sei es andererseits der Verlust unserer Ozonschicht, die aus der lebensspendenden Mutter unserer Erde - der Sonne - eine Hexe macht, die uns mit ihren schädlichen UV-Strahlen verbrennt. Es ist paradox, dass ausgerechnet das, wonach die Pflanzen so sehr streben, nämlich das Licht der Sonne, nun ihren und damit unser aller Tod bedeuten wird.
Nun ja, macht ja alles nichts, die Menschen sind ja bereits dabei mittels Gentechnologie Pflanzen zu züchten, die an unsere immer lebensfeindlicher werdende Atmosphäre angepasst sind - auf dass der Horrortrip weitergehen kann!

Doch ich glaube daran, dass die Erde als solche ein eigener Organismus ist, dessen Zellen den auf Erden lebenden Individuen gleichkommen. Seine Zelltypen entsprechen den Arten, seine Gewebeteile sind die Ökosysteme, seine Organe sind Wälder, Meere, Wüsten, Auen, Gebirge und Pole, sein Skelett ist die Erdkruste, sein Körper ist die Biosphäre und seine Aura die Atmosphäre. In diesem wunderbaren Organismus wuchert seit ca. 1 Million Jahre ein Krebs, der vor ca. 3 Millionen Jahren aus einem gesunden Zelltyp entartete. Dieser Tumor hat in den letzten 300 Jahren rasant zugenommen, hat längst Metastasen gebildet und ist gerade dabei, diesen Organismus mit seinen toxischen Produkten zu verseuchen, er hat bereits alle Organe befallen und zersetzt, ja er ist dabei, den gesamten Organismus vollkommen auszuzehren. Wenn dieser Krebs die Regeln des Organismus, denen sich alle anderen Zelltypen unterordnen, nicht ebenfalls beachtet, dann wird dieser Organismus sterben müssen. Es ist das Schicksal aller Krankheitserreger, Tumore und Parasiten mit ihrem Wirtsorganismus das Grab teilen zu müssen.
Die Menschheit muss endlich lernen, bescheiden, selbstlos, rücksichtsvoll und gerecht gegen jede Form von Leben zu sein, nur die Intelligenz zu der sie fähig ist, kann die Brücke sein, um in eine neue, friedliche und lebenswerte Welt zu gelangen, denn Himmel und Hölle befinden sich gleichsam hier auf der Erde. Die Menschheit kommt nicht, sie ist in der Sphäre, die sie verdient, da sie sich diese selbst schafft. Doch die Schuld an allem menschlichen Frevel, die trifft einzig den Menschen selbst, es ist nur logisch, dass er hierfür büßen wird. Doch das Leben der Unschuldigen nichtmenschlichen Lebewesen gilt es zu retten.
All jene die resigniert sind, sollen erkennen, das wir nicht das Recht haben, diese
Welt, die mittlerweile ein Schlachtfeld ist, den Aggressoren allein zu überlassen. ”Und wenn morgen diese Welt untergeht, so werde ich noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen,” sagte schon Martin Luther.

Ja, ein Apfelbäumchen, denn mit den Pflanzen kommt und geht das Leben auf Erden. Nicht der pragmatische Umweltschutz um des Menschen willen kann diese Welt bereinigen, wenn uns das innere, selbstlose Motiv fehlt, alles was wir tun auch dann zu tun, wenn wir nicht selbst unmittelbar und existenziell betroffen sind.
Solange wir Egoismus, Anthropozentrismus, Materialismus und Speziesismus nicht endlich abschwören, kommen wir aus der Mündung dieser Sackgasse, in die wir uns manövriert haben, nicht mehr heraus - auf daß dann alle Bestrebungen umsonst gewesen und die Vernichtung ihren freien Lauf nehmen würde.

Hätten wir Menschen wirklich Würde, wir würden uns selbst zuletzt benennen und uns zuletzt um uns selbst bemühen. Schon der Anstand gebietet es uns, die Schwachen und Wehrlosen zu schützen und dann erst an uns selbst zu denken, wenn wirklich Gefahr droht.
Der Mensch, er ist der Starke, der dem Leben zu dienen hat - denn unsere Stärke bezogen wir aus dem, was heute unter unserem Druck zusammenbricht. Doch wahre Stärke, und das haben wir noch nicht gelernt, zeigt sich durch Konstruktivität, Güte und Erhaltungseifer!

Jedes Engagement zum Schutz des Lebens setzt eine Absage an Egoismus, Anthropozentrismus, Speziesimus und Materialismus voraus,
denn die Würde allen Lebens ist unantastbar!

Copyright by AKT gGmbH/ Peter H. Arras, Karlsruhe, den 03. März 1993

INSTITUT FÜR MITWELTETHIK,
eine Einrichtung der
AKT - AKTION KONSEQUENTER TIERSCHUTZ
gemeinnützige Gesellschaft mbH

Literaturhinweis: Tomkins/Bird ”Das geheime Leben der Pflanzen”
Otto Reichl Verlag, St. Goar (1989)
Dagny Kerner/ Imre Kerner „Der Ruf der Rose“
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 1994


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