Die Abkehr von der These der deutschen Schuld Teil 2 von 3

Deutschland steckt industriell noch in seinen Kinderschuhen…

Deutschland hat unseren Handel [trotzdem] bereits in einen schlechten Zustand versetzt.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_036)

 

Es ist allzu zu klar, dass Englands industrielle Vorherrschaft (Vormachtstellung) seinem Sturz entgegenschwankt und dass dies weitestgehend das Ergebnis deutscher Arbeit ist.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_062)

 

Es wird berichtet, dass es Deutschland bereits gelungen ist die Japaner für eine Anzahl von Panzerschiffen einzufangen, die für unsere eigenen Werften als sicher galten. Es ist ebenso bestätigt, dass ein Teil der zehn Millionen Pfund Sterling, die China – entschlossen eine Seemacht zu werden –  bereit war, in Tyneside [Anmerkung: eine englische Werft] auszugeben, nun nach Danzig und Stettin gehen werden. Und jetzt hat die norwegische Regierung ein paar Panzerschiffe vom selben verbissen entschlossenen Rivalen bestellt.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_068)

 

Der deutsche Industriestaat ist eine Tatsache und es gibt keine menschliche Wahrscheinlichkeit, dass er zerschmettert wird.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_182)

 

Gegenwärtig verlieren wir selbst unseren Griff auf unsere eigenen Kolonien und abhängigen Staaten, die zunehmend in die Hände der Deutschen fallen.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_184

 

Und hier ist die entscheidende Aussage:

Und ganz sicher muss Großbritannien Deutschland diskriminieren (benachteiligen). Denn Deutschland ist absichtlich in eine tödliche Rivalität mit Großbritannien eingetreten und kämpft nun mit aller Macht für die Auslöschung der britischen Vormachtstellung.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_026)

 

Vom selben Ungeist zeugt auch folgendes Zitat des britischen Spitzenpolitikers und Chefdiplomaten Arthur Balfour (1902 – 1905 Britischer Premierminister, 1915 – 1916 Erster Lord der Admiralität, 1916 – 1919 Britischer Außenminister) aus dem Jahr 1907.

We are probably fools not to find a reason for declaring war on Germany before she builds too many ships and takes away our trade.

Wir sind wahrscheinlich Narren, dass wir keinen Grund finden, um Deutschland einen Krieg zu erklären, bevor es zu viele Schiffe baut und uns unseren Handel wegnimmt.

Arthur Balfour, 1907.

 

1979-00-00_The_Anglo_German_Trade_Rivalry_1887_1913_A_Counterfactual_Outcome_and_Its_Impl

(Quelle: jstor.org; „The Anglo-German Trade Rivalry, 1887-1913: A Counterfactual Outcome and Its Implications“ –  1979 by Hugh Neuburger and Houston H. Stokes; page 187 of 201)

 

The_Anglo_German_Trade_Rivalry_1887_1913_A_Counterfactual_Outcome_and_its_Impl

(Quelle: cambridge.org; „The Anglo-German Trade Rivalry, 1887-1913: A Counterfactual Outcome and its Implications“)

 

Dieser Ausspruch Balfours entstammt einer Unterhaltung mit dem US-Amerikanischen Diplomaten Henry White. Nachfolgend ein etwas längerer Auszug dieses Gesprächs aus der Originalquelle, der noch mehr die bellizistische Vorkriegsmentalität von Teilen der Britischen Elite, gewachsen aus der Sorge die globale Vormachtstellung hinsichtlich Handel und Industrie an Deutschland zu verlieren, verdeutlicht.

BALFOUR: „We are probably fools not to find a reason for declaring war on Germany before she builds too many ships and takes away our trade.”

WHITE: “You are a very high-minded man in private life. How can you possibly contemplate anything so politically immoral as provoking a war against a harmless nation which has as good a right to a navy as you have? If you wish to compete with German trade, work harder.”

BALFOUR: “That would mean lowering our standard of living. Perhaps it would be simpler for us to have a war.”

WHITE: “I’m shocked that you of all men should enunciate such principles.”

BALFOUR: “Is it a question of right or wrong? Maybe it is just a question of keeping our supremacy.”

(Quelle: Allan Nevins, „Henry White – Thirty Years of American Diplomacy„, New York: Harper Bros., 1930, pp. 257-258)

Die deutsche Version (frei übersetzt):

BALFOUR: „Wir sind wahrscheinlich Narren, dass wir keinen Grund finden, um Deutschland einen Krieg zu erklären, bevor es zu viele Schiffe baut und uns unseren Handel wegnimmt.“

WHITE: „Sie sind im Privatleben ein Mann von edler Gesinnung. Wie können Sie etwas so politisch Unmoralisches in Erwägung ziehen, wie einen Krieg gegen eine harmlose Nation zu provozieren, die ein ebenso gutes Recht auf eine Marine hat, wie Sie es haben? Wenn Sie in Wettbewerb mit dem deutschen Handel treten wollen, dann arbeiten Sie härter.“

BALFOUR: „Das würde bedeuten, dass wir unseren Lebensstandard absenken müssen. Vielleicht wäre es einfacher für uns, einen Krieg zu führen.“

WHITE: „Ich bin schockiert, dass es unter allen Männern (Menschen) gerade Sie sein sollten solche Prinzipien auszusprechen.”

BALFOUR: „Ist es eine Frage von richtig oder falsch? Vielleicht ist es einfach eine Frage der Beibehaltung unserer Vorherrschaft.”

(Quelle: Allan Nevins, „Henry White – Thirty Years of American Diplomacy„, New York: Harper Bros., 1930, pp. 257-258)

 

Von Bertolt Brecht ist folgende Aussage aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert:

Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.

(Quelle: gutzitiert.de, Offener Brief an die deutschen Künstler und Schriftsteller, 1951)

 

Dies war als eine Allegorie an die – nach gängiger und bis heute gültiger Nachkriegsauffassung – von Deutschland entfachten zwei Weltkriege gedacht und quasi eine Warnung an künftige deutsche Generationen, keinen weiteren Weltkrieg vom Zaun zu brechen, da sonst neben allem anderen Unheil, von Deutschland, wie vom historischen Karthago, nichts mehr übrig bleiben würde.

Aber welche Wahl hatte das Deutsche Kaiserreich und welche das antike Karthago?

264 v. Chr. brach Rom das Abkommen und marschierte unter einem fadenscheinigen Vorwand in Sizilien ein, der Erste Punische Krieg, so die römische Bezeichnung, war zielgerichtet vom Zaun gebrochen.

(Quelle: tagesspiegel.de; „Karthago: Eine Großmacht wird vernichtet“; 20.05.2010)

 

Der römische Staatsmann Cato der Ältere schloss in der Zeit vor dem dritten und letzten römisch-karthagischen Krieg alle seine Reden im römischen Senat mit dem Satz:

 

„Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss“

 

2017_05_12_21_47_51_Ceterum_censeo_Carthaginem_esse_delendam_Wikipedia

(Quelle: de.wikipedia.org)

 

Karthago wurde schließlich im Dritten Punischen Krieg vernichtend geschlagen und dem Erdboden gleichgemacht. Was wir heute über Karthago wissen, wissen wir beinahe ausschließlich über römische Quellen.

2010-05-20 TAGESSPIEGEL_Karthago_Eine_Großmacht_wird_vernichtet_Wissen_Tagesspiegel

(Quelle: tagesspiegel.de; „Karthago: Eine Großmacht wird vernichtet“; 20.05.2010)

 

Die in London von 1855 bis 1938 wöchentlich erscheinende Zeitung Saturday Review begann in den 1890er Jahren gegen Deutschland gerichtete Artikel zu veröffentlichen, die wiederholt mit dem Spruch endeten:

 

„Germania est delendam / Germaniam essem delendam“

(Deutschland muss zerstört werden)

 

2017_05_12_21_32_15_Saturday_Review_London_Wikipedia 02

(Quelle: en.wikipedia.org)

 

2017_05_12_21_32_15_Saturday_Review_London_Wikipedia 03

(Quelle: en.wikipedia.org)

 

2017_05_12_21_32_15_Saturday_Review_London_Wikipedia 04

(Quelle: en.wikipedia.org)

 

03

(Saturday Review 11. November 1897)

 

I piani alleati per l_annientamento del popolo tedesco. A cura di Claus Nordbruc 2

(Quelle: cieliparalleli.com; Saturday Review 11. November 1897)

 

Der US-Amerikaner Pat Buchanan war Berater (senior advisor) dreier republikanischer US-Präsidenten: Richard Nixon, Gerald Ford und Ronald Reagan.

Dass er anschließend weder von George Bush dem Älteren noch von George W. Bush als Berater nominiert wurde, überrascht nicht, wenn man weiß, dass Buchanan sowohl der NATO-Osterweiterung als auch dem Irakkrieg von 2003 ablehnend gegenüberstand, wie überhaupt einer konfrontativen US-Außenpolitik in Nahost und gegenüber Russland.

0000 Pat_Buchanan_Wikipedia

(Quelle: en.wikipedia.org)

 

Im Mai 2008 veröffentlichte er sein Buch:

Churchill, Hitler and the Unnecessary War: How Britain Lost Its Emp...

 

Die Bezeichnung „unnecessary war“ (unnötiger Krieg) für den Zweiten Weltkrieg ist auf eine gleichlautende Äußerung Churchills zurückzuführen, wie Buchanan gleich in der Einleitung seines Buches herausstellt.

0170 chapter 0 introduction unnecessary war

INTRODUCTION

0170 chapter 0 introduction unnecessary war sources

 

Buchanan beschreibt die Situation der europäischen Großmächte vor dem Ersten Weltkrieg dergestalt, dass Deutschland als gesättigte Macht wenig von einem kommenden Krieg zu gewinnen hatte. Im Gegensatz hierzu waren sowohl Frankreich als auch Russland expansionistisch, d.h. auf innereuropäischen Macht- und Gebietszuwachs ausgelegt.

0356 chapter 1 satiated power

CHAPTER 1

 

Der Deutsche Kaiser wollte nichts weiter als gute Beziehungen zu Großbritannien, scheiterte hierbei aber aufgrund der zunehmenden Deutschfeindlichkeit der Britischen Staatsmänner.

0375 chapter 1 only good relations with Britain

CHAPTER 1

 

Edward Grey, britischer Außenminister von 1905 bis 1916, war bis ins Mark deutschfeindlich und er überzeugte seine französischen Gesprächspartner bereits kurz nach seinem Amtsantritt als Außenminister, dass Großbritannien bereit ist mit Frankreich gegen Deutschland in den Krieg zu ziehen, um Frankreich in der Folge in seinem konfrontativen Kurs gegenüber Deutschland zu bestärken.

0562 chapter 1 Edward Grey

CHAPTER 1

 

Dieser Krieg war in seinem konzeptionellen Beginn ein wirtschaftlicher und ein industrieller Krieg

Die deutschen Bankiers, die deutschen Kaufleute und die deutschen Industriellen wollten diesen Krieg nicht. Sie waren dabei die Welt ohne Krieg zu erobern, und sie wussten, dass solch ein Krieg ihre Pläne verderben würde.

US-Präsident Woodrow Wilson im Spätsommer 1919

 

0981 chapter 2 Germany did not want this war

CHAPTER 2

0981 chapter 2 Germany did not want this war sources

 

Schließlich räumt Buchanan das Klischee des angeblich militaristisch ausgerichteten Deutschen Reiches beiseite.

Im Zeitraum von 1815 bis 1914 führte Deutschland (bzw. Preussen) weniger Kriege als Frankreich und Russland und deutlich weniger als England.

In der Periode von der Reichsgründung im Jahre 1871 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte das Deutsche Reich keinen einzigen Krieg!

Dies hindere allerdings britische Historiker bis zum heutigen Tage nicht daran Deutschland als den butcher-bird (die Würgekrähe) Europas zu bezeichnen.

1142 chapter 3butcher-bird of europe

CHAPTER 2

 

Winston Churchill war bereits zum Ausbruch dieses Krieges eine Schlüsselfigur.

1259 chapter 2

CHAPTER 2

1259 chapter 2 sources

 

Ein bemerkenswerter Aspekt an Buchanans Buch ist die Darlegung der verbitterten Enttäuschung der (mehr oder weniger) einfachen US-Amerikaner, als sie nach dem Krieg erkennen mussten der britischen Gräuelpropaganda auf dem Leim gegangen zu sein und die US-Amerikanischen Soldaten letztlich nur für die geopolitischen Interessen des Britischen Imperiums missbraucht wurden.

1823 chapter 3 America's bitterness

CHAPTER 3

 

Bei der von den angelsächsischen Entscheidungsträgern planmäßig herbeigeführten Versenkung des Königlich Britischen Postschiffes und Passagierdampfers Lusitania durch die deutsche Marine, hatte Winston Churchill ebenfalls seine Finger im Spiel.

1972-10-30 SPIEGEL_LUSITANIA_AFFÄRE_Schmutziges_Geschäft_DER_SPIEGEL_45_1972

(Quelle: Der SPIEGEL; „LUSITANIA-AFFÄRE“ Schmutziges Geschäft; 30.10.1972)

 

 

Grosser_Bilderatlas_des_Weltkrieges_-_Lusitania 3

Warnung der Deutschen Botschaft in den USA

 

2854 chapter 6 the merchants of death

CHAPTER 6

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PHOTO INSERT

 

Am 7. Mai [Anm.: 1919] werden die von den 27 Siegern festgelegten Bedingungen erstmals der deutschen Delegation eröffnet. Der Franzose Clemenceau überreicht sie mit den Worten: „Die Stunde der Abrechnung ist da“. „Abrechnung“ statt „gerechter und fairer Verträge“, wie Wilson das exakt fünf Monate zuvor verkündet hatte, um das Deutsche Reich zu einem Waffenstillstand zu bewegen. Die Bitte der deutschen Delegierten, den „Vertrag“, den sie nun unterschreiben sollen, vorher zu verhandeln, wird abgelehnt.

(Quelle: Gerd Schultze-Rhonhof: „1939: Der Krieg der viele Väter hatte“; S.62/63)

 

2004-03-30_Das_Kriegsende_Der_Unfriede_von_Versailles_SPIEGEL_ONLINE

(Quelle: SPIEGEL.de; 30.03.2004)

 

Eine Denkschrift des Reichsgesundheitsamts vom 16. Dezember 1918 bezeichnete die britische Seeblockade als völkerrechtswidrig. Sie schrieb ihr den Tod von 763.000 Menschen der Zivilbevölkerung […] zu.

(Quelle: de.wikipedia.org/Seeblockade)

 

Die englische Seeblockade zur Aushungerung der Deutschen wurde über den Waffenstillstand vom 11. November 1918 hinaus, bis zur Unterzeichnung des Versailler „Vertrages“ aufrechterhalten. Dies hatte den Tod von weiteren hunderttausenden Deutschen zur Folge.

 

Öffentliche Stellungnahme von Reichsaußenminister Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau nach der Überreichung des Vertragswerkes in Versailles am 7. Mai 1919:

… wir kennen die Wucht des Hasses, die uns hier entgegentritt, und wir haben die leidenschaftliche Forderung gehört, daß die Sieger uns zugleich als Überwundene zahlen lassen und als Schuldige bestrafen sollen.

Es wird von uns verlangt, daß wir uns als die allein Schuldigen bekennen; ein solches Bekenntnis wäre in meinem Munde eine Lüge. Wir sind fern davon, jede Verantwortung dafür, daß es zu diesem Weltkriege kam, und daß er so geführt wurde, von Deutschland abzuwälzen …

…, aber wir bestreiten nachdrücklich, daß Deutschland, … , allein mit der Schuld belastet ist.

Die Hunderttausende von Nichtkämpfern, die seit dem 11. November [Anmerkung: 11. Nov. 1918; Datum des Waffenstillstandes] an der Blockade zugrunde gingen, wurden mit kalter Überlegung getötet, nachdem für unsere Gegner der Sieg errungen und verbürgt war. Daran denken Sie, wenn Sie von Schuld und Sühne sprechen.

(Quelle: planet-wissen.de; „Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau, Dokumente. Charlottenburg 1920“ ; 19.01.2017)

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Antworten auf diese Diskussion

Die Abkehr von der These der deutschen Schuld Teil 3 von 3

1507 chapter 3 “A Poisonous Spirit of Revenge”

CHAPTER 3 – “A Poisonous Spirit of Revenge” (P. Buchanan: „Hitler, Churchill and The Unnecessary War“)

 

Auszug aus einer Rede des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg zu den Kriegszielen des Deutschen Kaiserreichs aus dem Mai 1917, eineinhalb Jahre vor dem Ende des Ersten Weltkrieges:

Was ich im Laufe des Krieges über unsere Kriegsziele ohne Schaden sagen zu können glaubte, habe ich hier im Reichstage wiederholt gesagt, und an diesen Grundlagen habe ich festgehalten und halte fest bis heute, und diese Grundlagen sind auch in unserem Friedensangebot vom 12. Dezember zum Ausdruck gekommen …

Die alleinige Richtschnur unserer Politik ist die baldige glückliche Beendigung des Krieges. Jetzt gebietet die gesamte Lage zu schweigen, und davon lasse ich mich auch nicht abbringen. Bei unseren westlichen Gegnern ist von Friedensbereitschaft noch nichts zu merken, noch keine Spur einer Preisgabe ihrer ausschweifenden Eroberungs- und Vernichtungsabsichten

Soll ich andererseits ein Eroberungsprogramm aufstellen? Auch das lehne ich ab. Wir sind nicht aus Eroberungssucht ausgezogen, sondern um das Dasein und die Zukunft unseres Volkes fest zu sichern.

Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg im Reichstag im Mai 1917 (Quelle: Frankfurter Zeitung vom 15. Mai 1917)

 

 

Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann (SPD) im Mai 1919 zu den Bedingungen des „Versailler Vertrages“:

Lassen Sie mich ganz ohne taktisches Erwägen reden: was unseren Beratungen zugrunde liegt, dieses dicke Buch (auf die Friedensbedingungen weisend), in dem hundert Absätze beginnen: „Deutschland verzichtet – verzichtet – verzichtet“, dieser schauerliche und mörderische Hexenhammer, mit dem einem großen Volk das Bekenntnis der eigenen Unwürdigkeit, die Zustimmung zur erbarmungslosen Zerstückelung, das Einverständnis mit Versklavung und Helotentum abgepreßt und erpreßt werden soll …

Ich will Ihnen nicht alle die großen und kleinen Schlingen nachweisen, in deren Gesamtheit sich ein großes Volk zu Tode verstricken soll, getreu dem Worte der „Times“:

Wenn Deutschland in den nächsten 50 Jahren wieder Handel zu treiben beginnt, ist dieser Krieg umsonst geführt worden.“

(Auszug aus der Rede von Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann (SPD) in der Nationalversammlung vom 12. Mai 1919)

 

Der Vertrag von Versailles sollte gar keinen Friedenszustand begründen, sondern die Machtverhältnisse derart regeln, daß das Ziel jederzeit mit neuen Forderungen und Maßnahmen gesichert werden konnte. Daher die Auslieferung der Kolonien, der Handelsflotte, die Beschlagnahme der Bankguthaben, Besitzungen, Patente in allen Ländern, die Abtrennung von Industriegebieten wie Oberschlesien und das Saarland, die Einführung der Republik von der man mit Recht eine Untergrabung der Industrie durch die allmächtig gewordenen Gewerkschaften erwartete, und endlich die Reparationen, die wenigstens im Sinne Englands keine Kriegsentschädigung sein sollten, sondern eine dauernde Belastung der deutschen Wirtschaft bis zu deren Erliegen.“

(Quelle: Oswald Spengler: Jahre der Entscheidung; 1933; PDF_S. 37)

 

Noch niemals ist ein ernstlicher und dauerhafter Friede auf die Ausplünderung, die Quälerei und den Ruin eines Besiegten, geschweige denn auf den eines besiegten großen Volkes gegründet worden. Und dies und nichts anderes ist der Vertrag von Versailles!

Zitat von Francesco Nitti aus dem Jahr 1924, Ministerpräsident Italiens 1919-1920; (Quelle: Gerd Schultze-Rhonhof: „1939: Der Krieg der viele Väter hatte“; S.69)

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