Auf zum Waschmittel sammeln!

Quelle : Lisa und Michael

http://experimentselbstversorgung.net/ueber-uns/

Wer wollte nicht immer schon Mal mit “Erbsen”-Wasser seine Wäsche waschen? Zumindest war es mein erster Gedanke als ich zum ersten mal klein gehämmerte Kastanienstückchen eingeweicht hatte und an dem milchigem Saft roch. Ich muss zugeben, dass ich mir auch nicht sicher war, ob das funktionieren könnte aber die in der Rosskastanie enthaltenen Saponine haben ihren Dienst geleistet!

 

Rosskastanien ©tuxdriver (flickr)

Rosskastanien

Das ganze kam so, dass ich nach einer Alternative zu indischen Waschnüssen gesucht hatte. (Ha! Alternative zu Waschmittel habt ihr sicher gedacht – wär ja langweilig :D) Eine regionale Pflanze war mein Wunsch.

Umweltprobleme in Indien

Ein kurzer Abstecher zum Waschnuss-Problem: An sich eine tolle Pflanze und ein Boom in der Bio-Szene. Super zum Wäsche waschen, kaum Verarbeitungsschritte, kompostierbar… Aber: Erstens müssen diese Nüsse um die halbe Welt tingeln, damit wir hier reinen Gewissens unsere Wäsche waschen können. Und zweitens, eigentlich viel schlimmer, in Indien steigen dank der großen Nachfrage hier, seither die Preise für Waschnüsse enorm. Somit mussten viele Menschen dort, auf die dadurch billigeren chemischen Waschmittel zurückgreifen. Ein Desaster in Regionen wo es keine Kläranlagen gibt!

Gesucht. Gefunden.

Eine Kinderbastelseite hat mich dann zu meinem Ergebnis gebracht. Wäsche waschen mit Rosskastanien. Es ist denkbar einfach! Kastanien sammeln, zerkleinern (meine Lieblingsvariante war die Kastanien in einen Sack zu geben und ordentlich drauf zu hämmern) mit Wasser aufgießen (z.B. in ein Schraubglas – samt Schale, man braucht sie nicht schälen!) und ein paar Stunden ziehen lassen. Das Ganze sollte dann einen milchigen Saft ergeben, den man absiebt und ins Waschmittelfach in die Waschmaschine kippt.

Hier auf unserem Hof haben wir zwar keine Waschmaschine, aber ich nehme an, dass das bei den meisten von euch schon der Fall ist :) Hier also eine kleine Fotoanleitung (nicht weil sie nötig ist, aber nett ;P)

 

.

Und wie machen wir hier das dann? Da hab ich so eine Idee! Sobald die Rosskastanien getrocknet sind, werde ich versuchen Sie zu vermahlen um dann ein Pulver zu bekommen (ich erhoffe mir dadurch ein Maximum an Saponinen aus ihnen heraus zu bekommen) mit dem ich dann genau so einen Sud ansetzen werde. Leider kann ich davon erst später berichten :) Übrigens, damit ich euch nicht verwirre: Ihr braucht die Kastanien nicht trocknen lassen! Wir machen das nur, damit wir sie besser schroten und mahlen können :)

Und was gibt es noch so als Alternative zu Waschmitteln?

Bei meinen damaligen Recherchen bin ich übrigens auch auf das Seifenkraut gestoßen. Man kann davon die ganze Pflanze verwenden. Allerdings schien es mir einfacher einmal im Jahr einen groooßen Sack Kastanien zu sammeln als Seifenkraut anzubauen und mühevoll die Wurzeln zu säubern etc… Zudem weiß ich nicht, ob das Kraut nicht die Wäsche färben könnte (ein “Tee” aus Seifenkraut ist halt eine braun-grüne Brühe… wie Kräutertee halt :)). Angebaut wird es hier bei uns am Hof aber trotzdem: Zum Haare waschen (mit besagtem Tee). Dazu aber ein ander Mal mehr.

Wissenswertes zur Rosskastanie

Interessant an der Rosskastanien sind übrigens auch die Blüten: Sie haben sehr viel Nektar, den die Bienen, Hummeln und andere bestäubende Insekten mögen. Witzig finde ich die eingebaute “Ampel”: die jungen sogenannten “Saftmale” sind gelb und signalisieren den Insekten somit, dass es sich lohnt mal auf einen Snack vorbei zu schauen ;) Am zweiten und dritten Tag färbt sich das Saftmal dann rot. Gleichzeitig verändert sich der Duft und mit der Nektarproduktion war’s das dann auch.

Falls sich jemand von euch schon mal gefragt hat, warum Kastanien oft im Sommer schon braunes Laub haben: Da treibt die Kastanienminiermotte ihr Unwesen. Ihre Larven fressen sich in Gängen durch die Blätter, und die welken dann immer mehr. Man geht davon aus, dass es den Baum nicht schadet, allerdings gibt es auch keine langfristigen Studien. Mit natürlichen Feinden oder unschädlichen Pflanzenschutzmitteln konnte man ihr bisher nicht erfolgreich zu Leibe rücken.

Jetzt ihr!

Also probiert es aus! Jetzt ist die beste Zeit :) In den Städten bzw. Parks gibt es sie normalerweise in Massen (und werden von Autos zergatscht), aber auch auf Dorfplatzerln, wie bei uns, sollten sie zu finden sein :)

Bin gespannt auf eure Ergebnisse!
Ach ja und noch als Hinweis: Bitte nicht mit Vanish-Oxy-Giftaction vergleichen. Natürlich schafft die Kastanie nur eine Grundsauberkeit und bekämpft keine Fleckenzwerge… Und die Wäsche riecht auch mangels Duftstoffe nicht nach “frisch gewaschen” ;) Allfälligen Flecken kann man ja noch zusätzlich mit Seife zu Leibe rücken.

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Aus dem Buch „Die Reise der Seele“ von Marie Metrailler -  Frau Brumagne schreibt die Erzählungen und Gespräche mit der „Weisen von Evolene“ auf, die 1901 einem Bergbauerndorf geboren wurde. Im Buch erzählt Frau Metrailler aus ihrem Leben.

Hier ein Auszug aus dem Buch, wo geschildert wird, wie damals die weiße Wäsche gewaschen wurde. Das war mir schon immer ein Rätsel, warum die  Hemden und Blusen bei den Völkern in Europa traditionell weiß waren. Die hatten früher doch keine Waschpulver! Und wer schon einmal mit der gewöhnliche Seife versuchte, seine Wäsche zu waschen, der weiß, wovon ich spreche.

Lassen wir Frau Metrailler erzählen:   

"Wenn ich an mein Großmutter denke, wie munter die im Alter war, wie lebhaft. Und wie viel Arbeit sie fröhlich schmiss! Ihre Sorge und Aufmerksamkeit für die Kinder. Und zweimal im Jahr, am Tag der großen Wäsche, hätte sie ihren Platz niemandem abgetreten; niemand hätte ihn ihr streitig gemacht!

„Zweimal Waschen im Jahr. Das brauchte ja Wäsche?“

Unwahrscheinlich. Ich sehe noch der Schrank meines Vaters, die Wäsche, die seine Mutter ihm gewoben hatte. Etwa fünfzig weiße Hemden, dazu die fünfzig für den Werktag. Jeden Sontag zog er ein neues an, das sich von dem werktäglichen abzeichnete: ein gesticktes Hemd, meist vorne gefältelt und mit Litzen. Im Unterdach sind noch welche; ich habe mich nie getraut, sie wegzugeben.

Auch die Mutter hatte eine ganze Sammlung von Hemden und Miedern, um so mehr, da die Frauen alle Tage eine weiße Bluse anhatten! Um zu dieser Riesenaussteuer zu kommen, spannen die Frauen ihren Flachs, spannen und spannen. Heute kannst du gehen, wohin du willst, diese handgesponnenen, von Hand genähten großen Männerhemden findest du nirgends mehr. Ja, da hatten die Frauen ihren Flachs zu spinnen für die feine Wäsche, den Hanf für Leibwäsche und Leintücher, und all die Tücher und Stoffe, de man in der Landwirtschaft brauchte.

Die Betttücher! Stöße und Berge! Und Handtücher, für sechs Monate ausreichend! Kleine Wäsche immerhin hielten wir mal zwischendurch. Die Kinder hatten eine kleine Aussteuer, und sie verschmutzten sie schneller.  

Die Türme und Bergen in den riesigen Waschtöpfen muss man gesehen haben.

Zuerst sortierte man die Wäsche aus, gab, was von der gleichen Art war, in einen Bottich. Dann begann man die Wäsche abzulaugen. In einem großen Kupferkessel heizte man Wasser.

Während das Wasser am Sieden war, bedeckte man die Wäsche sorgsam mit einem Laken, in das die Asche hinein kam. Gute Asche zu haben war eine Geschichte für sich. Konnte man Birkenholz veraschen, bekam man eine bessere Wäsche. Ich höre noch, wie meine Mutter mit zitternder Stimme sagt: „Und dass du mir kein Papier in den Ofen tust, das versaut mir die ganze Wäsche!“ War die Asche erkaltet, wurde sie gesiebt, ehe man sie in den Floric legte; man musste darauf achten, dass nichts davon ins Wasser fiel. Dann schlug man das Laken sorgfältig um.   

Alles war bereit, das eigentliche Ablaugen konnte beginnen. Mit einer riesigen Waschkelle, ihr Stiel maß wenigstens zwei Meter, schöpfte man das Wasser aus dem Topf, erst lauwarm, dann immer heißer, und goss es über den Floric.

War die Wäsche gut durchweicht, sammelte man das Wasser in dem Bottich auf und goss es zurück in den Heizkessel, wärmte es wieder auf und begann die Zeremonie von Neuem. Das konnte die ganze Nacht durch so gehen. Am anderen Tag ging man zum Brunnen und rieb die Wäsche aus. Da wurde sie weiß, wunderbar weiß. Und roch so gut. Es ging an den nächsten Stoß schmutziger Wäsche, bis zur Erschöpfung, wenn ich so sagen darf, unserer Kräfte und unserer Wäsche.

Auf die gleiche Art bleichten wir Leinen- und Hanfstränge.

Ich erinnere mich: Wenn ich die Hände in die Lauge tauchte, war diese fast braun geworden. Die Hände wurden glitschig un schrumpelten, als hätte man Seife, viel Seife gebraucht! Das war die Pottasche. Übrigens, wenn die Mädchen blond werden wollten, wuschen sie ihr Haar mit dieser Lauge.

In den beiden Kriegen habe ich nie große Wäsche gemacht. Doch da wir keine Seife hatten, habe ich öfter in einem Topf Asche gekocht, diese abgegossen und die Lauge zum Waschen gebraucht."

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